Modernisierung einer Dürr RTO-Abluftreinigungsanlage mit Doppeleffekt: Betriebskosten sinken, Entsorgungskosten entfallen

Bietigheim-Bissingen, 27. Januar 2015 – Dass die Energie- und Kosteneffizienz bestehender Abluftreinigungsanlagen wesentlich gesteigert werden kann, zeigt die Modernisierung einer RTO Verbrennungsanlage, die Dürr Clean Technology Systems für einen namenhaften Pharmahersteller realisiert hat. Die Verbrennung lösemittelhaltiger Abfallflüssigkeiten, die seit dem Umbau möglich ist, verringert den Primärenergiebedarf um rund die Hälfte, gleichzeitig entfallen die Reststoff-Entsorgungskosten. Insgesamt sanken damit die Betriebskosten für die Abluftreinigung erheblich.

In der vor rund zehn Jahren von Dürr in das Werk Singapur gelieferten RTO Anlage aus extrem korrosionsfestem Edelstahl werden zuverlässig bis zu 25.000 Nm3/h lösemittelhaltige Abluftgemische aus der Produktion pharmazeutischer Produkte gereinigt. Die notwendige Oxidationstemperatur in der Brennkammer wurde bisher durch zwei öl/gas- betriebene Kombibrenner sichergestellt. Besondere Kennzeichen in dieser Produktionstätte sind prozessbedingt anfallende Lösemittelgemische in stark variierenden Zusammensetzungen mit erheblich schwankenden Heizwerten. Die Gemische enthalten teilweise auch Wasser in unterschiedlichen Mengen. Diese Abfallstoffe sollten komplett in der sicher arbeitenden RTO entfernt werden, so der Wunsch des Kunden für die Modernisierung.


Im ersten Projektschritt hat Dürr im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die technischen Rahmenbedingungen einer funktionssicheren, wirtschaftlichen Lösung erarbeitet. Kern des anschließend realisierten Konzepts ist die Nachrüstung von zwei zusätzlichen Flüssigbrennern, die es ermöglichen, die in den lösemittelhaltigen Abfallflüssigkeiten enthaltene Energie vollständig für den Betrieb der Abluftreinigungsanlage zu nutzen. Hierzu wird das Lösemittel-Wassergemisch mit von Dürr entwickelten Spezialbrennern direkt in die Brennkammer eingedüst und dort bei Temperaturen von rund 820 Grad Celsius oxidiert. Die lösemittelhaltigen Reststoffe ersetzen im laufenden Betrieb Erdgas als Primär- bzw. Stützenergie weitgehend. Stützenergie wird vorwiegend nur noch benötigt, um die Anlage auf Betriebstemperatur zu bringen bzw. für die Verbrennung von Gemischen mit sehr geringen Lösemittelanteilen. Da die Lösemittel-Wassergemische in der RTO-Anlage genutzt werden, entfallen Entsorgungskosten.
Um die Stillstandszeiten für Montage und Inbetriebnahme zu minimieren, wurde die Regelstrecke der Flüssigarmaturen als kompaktes Modul sowohl mechanisch als auch elektrisch weitgehend vormoniert. Nach dem Einbau der Zusatzbrenner war neben dem Armaturenmodul nur noch der Verbrennungsluftkanal anzuschließen. Den Abschluss der Modernisierung bildete der Rückbau des Heizölteils der vorhandenen Kombibrenner, da jetzt nur noch Gas als Primärbrennstoff eingesetzt wird.


Dürr RTO-Anlagen (Regenerative thermische Oxidation) eignen sich zur Abluftreinigung bei brennbaren und geruchsbelästigenden Schadstoffen mit einer Konzentration bis ca. 10 g/Nm3. Im Vergleich zu herkömmlichen Abluftreinigungsverfahren benötigen sie weniger Primärenergie, da die in den heißen Abgasen enthaltene Energie effizient zur Vorwärmung der Abluft genutzt wird. Ab einer Schadstoffkonzentration von ca. 1,5 g /Nm3 kann das System „autotherm“ betrieben werden, d.h. der Energiegehalt der Schadstoffe ist ausreichend um die Anlage ohne zusätzlichen Brennstoff zu betreiben. Neben der hohen Wirtschaftlichkeit überzeugen Dürr RTO- Systeme mit einer Abluftreinigungseffizienz von über 99,8%. Neben der Pharmaindustrie gibt es eine Vielzahl weiterer Branchen, beispielsweise die Chemie-, Druck-Beschichtungs-, oder Lebensmittelindustrie deren Abluft sicher und wirtschaftlich mit regenerativen thermischen Oxidationsanlagen gereinigt werden kann.  Der Einsatz standardisierter, modularer und weitgehend vormontierter Komponenten ermöglicht Anlagen mit Leistungen von 9.000 bis rund 100.000 Nm3/h, die gegebenenfalls nachträglich einfach erweiterbar sind.

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